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Der große
Diäten-Schwindel-Experte: Brandenburgs Politiker zocken auch weiter ab
von MICHAEL SAUERBIER
Potsdam - Der Plan
klang gut: Endlich wollen Brandenburgs Politiker ihre Gürtel enger
schnallen (BILD berichtete). Doch die schwer durchschaubare
Rundum-Versorgung der Volksvertreter bleibt, rügt Experte Hans Herbert v.
Arnim.
Der
Staatsrechts-Professor aus Speyer ist der Albtraum aller Raffke-Politiker.
Seine Bücher tragen Titel wie "Der Staat als Beute" oder
"Fetter Bauch regiert nicht gern". Jetzt hat sich v. Arnim das
geplante Brandenburger Abgeordnetengesetz vorgeknöpft. Der Experte
meint:
- "Zwar wird
die üppige Altersversorgung damit etwas eingeschränkt. Aber 145 Euro
monatlicher Rentenanspruch pro Parlamentsjahr, und das schon ab dem ersten
Jahr, sind zu viel! In Hamburg gibt's nur 46 Euro.
- Es ist aberwitzig,
trotz Bahn-Freifahrkarte monatlich bis zu 1352 steuerfreie Auto-Pauschale
zu zahlen. Wie in Hessen sollten nur nachgewiesene Fahrkosten erstattet
werden!
- Wenn die
Fraktions-Chefs künftig Doppel-Gehälter aus der Staatskasse erhalten,
muss den Fraktionen das eingesparte Geld gestrichen werden!
- Keine Doppel-Pension
(290 Euro/Amtsjahr) für die Fraktions-Chefs! Sonst haben sie schnell
soviel Rente wie Normalbürger nach einem ganzen Arbeitsleben.
- Die Diäten dürfen
nicht automatisch erhöht werden! Laut Bundesverfassungsgericht müssen
Politiker ihre Einkommen stets aufs Neue öffentlich verhandeln.
- Abgeordnete kriegen weiterhin
nach sehr kürzerer Zeit (21 Jahre) und sehr viel früher (ab 57) eine
sehr viel höhere Versorgung (69% vom Einkommen) als jeder
Normalverdiener. Der Staat zahlt ihre Beiträge zu Renten-,
Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Krankenversorgung. Dieses heimliche
Zusatzgehalt muss das Parlament offenlegen!
- Die Abgeordneten
sollten auch die Höhe ihrer Nebeneinnahmen veröffentlichen!
- Viele Abgeordnete
üben noch einen Beruf aus. Deshalb sollte der Landtag endlich darüber
reden, ob er nicht in Wahrheit ein Teilzeitparlament ist - mit
entsprechend geringeren Bezügen."
Von Arnim weiß aus
Erfahrung: "Die Politiker werden erst einmal schimpfen." Aber
dann, glaubt er, "werden sie sich meine Kritik zu Herzen
nehmen."
in: BILD-Zeitung
(Ausgabe Berlin-Brandenburg) vom 13.02.2006.
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Stand:
13.02.2006
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