MerLiN-ein Projekt zur Verwirklichung von Multimedia Computer Based Training
in der Berliner Landesverwaltung
Autor:
Horst-Peter Kurbel
Systemanalytiker im Landesbetrieb für Informationstechnik Berlin, Projektleiter MerLiN
LIT Berlin, Berliner Str. 112-115, 10713 Berlin
LIT-GB I 1 Ku,   Tel.: 9012 (912) 4118 /     Fax-Nr.: 864 943 10
e-mail:  Horst-Peter.Kurbel@lit.verwalt-berlin.de

Inhalt

Einführung

Im April 1997 startete das Land Berlin ein Projekt, dessen Ziel in der Einführung von „Computer Based Training“ unter Ausnutzung der hervorragenden IT-Infrastruktur besteht. Um die gesamte Tragweite des Projektes „MerLiN“ (Multimediales erfolgreiches Lernen im Netzwerk) einschätzen zu können, ist eine kurze Beschreibung der Rahmenbedingungen für die IT-Infrastruktur der unmittelbaren Landesverwaltung, die in Berlin aus 11 Senatsverwaltungen mit diversen nachgeordneten Einrichtungen und 23 Bezirksämtern, mit zusammen etwa
151 000 Mitarbeitern besteht, sinnvoll. In den Einrichtungen des Landes Berlin sind derzeit ca. 30 000 Endgeräte (vorwiegend PCs) im Einsatz. Davon sind ca. 20 000 PCs in diversen lokalen Netzen eingebunden, an denen wiederum 24 000 Mitarbeiter arbeiten. 8 000 dieser Endgeräte sind in ein berlin-weites Hochgeschwindigkeitsnetz, das zur Zeit aus 483 km Lichtwellenleiter (Bandbreite 100 Mbit/s) besteht und insgesamt ca. 300 Standorte verbindet (siehe Abbildung 1).
Dieser technische Hintergrund und die Notwendigkeit der permanenten Fortbildung der Verwaltungsmitarbeiter auf dem Gebiet der Informationstechnik war dafür ausschlaggebend, das bisherige Fortbildungskonzept zu überdenken und neue Überlegungen anzustellen.
Abbildung 1


Beschreibung des Ist-Zustandes der IuK-Fortbildung in der Berliner Verwaltung

Im Jahre 1997 fanden insgesamt
100 Kurse Einführung in die IT à 30 Std.
50  Kurse MS-Windows à 6 Std
45 Kurse MS-Word  à 18 Std.
45  Kurse MS-Word Aufbauseminar  à 12 Std.
Kurse MS-Word Workshop à 6 Std.
40 Kurse MS-Excel  à 18 Std
40 Kurse MS Excel Aufbauseminar à 12 Std.
15 Kurse MS-Acces  à 18 Std.
5 Kurse  MS-Power-Point à 12 Std.
im A-Bereich statt. Das bedeutet, daß allein im Grundschulungsbereich 6042 dozentengeleitete Kurs-Stunden stattfanden.
Neben diesen „face-to-face“-Schulungen“ werden an der Verwaltungsakademie Lektionen zu IT-Themen in einem Selbstlernzentrum, bestehend aus 9 Computerarbeitsplätzen, angeboten. Das Angebot der Lernsoftware umfaßt ca. 110 Programme, die folgende Gebiete abdecken:

Sollkonzept für Multimedia-CBT im Netzwerk

Die o.g. Mengenanforderungen für die IT-Weiterbildung von Mitarbeitern der Berliner Verwaltungen lassen den Schluß zu, daß die vorhandenen Kapazitäten und Konzepte zukünftigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Es wird erwartet, daß im Jahre 2000 ca. 40 000 Endgeräte im Einsatz sein werden und für den überwiegenden Teil kurzfristig der Umstieg von einer DOS/Windows 3.1x-Oberfläche hin zu Windows-NT-Workstation erfolgen wird. Um den kurzfristig anfallenden Schulungsbedarf (z.B. Umstieg von MS-Office 4.3 zu MS-Office 97) bewältigen zu können, wurden Überlegungen angestellt, die vorhandene Infrastruktur für den Einsatz von CBT-Software nutzen zu können.
Das war die Geburtsstunde des Projektes MerLiN, dessen Ziel es ist, zunächst für den Sektor Standard-Software (MS-Office) eine Lösung zu erarbeiten.


 

Einsatzmöglichkeiten, Vorteile und Grenzen von Computer Based Training

Neben den herkömmlichen, reinen dozentengeführten Fortbildungskursen können Lerninhalte mit Hilfe von CBT vor allem als Unter einem solchen Einsatzkonzept ergeben sich folgende Vorteile:
1. Für die Mitarbeiter (Lerner):
2. Für Behörden:
Bei allen Vorteilen, die man mit CBT-Einsatz erzielen kann, muß man in der Einsatzvorbereitung auch klar die Grenzen abstecken. Der Einsatz von Infor-mationstechnik in den Verwaltungen des Landes Berlin wird durch verschiedene gesetzliche und tarifvertragliche Regelungen bestimmt (Personalvertre-tungsgesetz des Landes Berlin, Tarifvertrag InfoTechnik). Im o.g. Tarifvertrag InfoTechnik ist im § 7 festgelegt, daß jeder Mitarbeiter, der in der Berliner Lan-desverwaltung an einem Computer-Arbeitsplatz eingesetzt wird, eine Grund-schulung im Umfang von 20 Doppelstunden erhält. Dieser Teil der IT-Schulung wird nicht unter Einbeziehung von CBT erfolgen.

Stand des Projektes MerLiN und geplantes weiteres Vorgehen

In einem ersten Anwendungsgebiet soll der Bereich der Standardsoftware-Schulungen durch CBT unterstützt und ergänzt werden, da Untersuchungen ergeben haben, daß an der überwiegenden Zahl der Endgeräte mindestens die Programme aus dem MS-Office-Bereich zum Einsatz kommen. Dazu erfolgte eine bundesweite Ausschreibung in deren Ergebnis die Beschaffung einer CBT für den Office-Bereich stehen wird. Diese CBT wird im LIT installiert und soll den Verwaltungen über das Berliner Landesnetz zur Verfügung gestellt werden. Die Umsetzung der Projektziele erfolgt dabei in einem Drei-Stufen-Plan:
In einer weiteren Ausbaustufe des Projektes MerLiN ist geplant, CBT-Elemente auch in die Schulungen von verwaltungsspezifischer Software einzusetzen. Dazu bieten sich im Land Berlin vor allem die Bereiche Haushaltswesen, Sozialhilfe und Personaldatenverarbeitung an, wo landesweit bis zu 2000 Arbeitsplätze je Verfahren betroffen sind.


 

Der Landesbetrieb für Informationstechnik Berlin (LIT)

Der Landesbetrieb für Informationstechnik wurde zum 1.1.1998 aus dem früheren Landesamt für Informationstechnik gegründet. Der LIT als zentraler IT-Dienstlei-ster für die Berliner Verwaltung gliedert sich in die folgenden sieben Geschäftsbereiche (GB):
Mit seinen 252 Mitarbeitern deckt er folgende Aufgabenschwerpunkte ab:


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