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| Droemer Verlag, München
Oktober 2001
ISBN 3-426-77557-3,
Hardcover, 440 Seiten |
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Köln bestätigt
"Das System"
Hinter dem offiziellen
System gibt es ein inoffizielles Schattensystem. Das ist die Ausgangsthese
des Buchs "Das System". In Sonntagsreden von Politikern wird das
offizielle politische und verfassungsrechtliche System der Bundesrepublik
Deutschland hervorgekehrt. Tatsächlich aber gibt es hinter der Fassade
ein ganz anderes System, in dem ganz andere Regeln und Verhaltensweisen
herrschen. Die meisten Berufspolitiker richten sich nicht vorrangig nach
dem Gemeinwohl, im Kollisionsfall dominieren vielmehr Eigeninteressen an
Macht, Posten und Geld. Kungelei und Postenschie- berei sind an der
Tagesordnung. Häufig scheut man nicht einmal vor ille- galen Praktiken
zurück. Schwarze Kassen bis hin zur Korruption, Steuer- hinterziehung und
Subventionsbetrug gibt es nicht nur in Köln. Das hinter- gründige System
wird gut verborgen und camoufliert. Nur manchmal reißt der Vorhang auf
und gibt den Blick auf einzelne Erscheinungsformen frei wie jüngst in Köln.
Die Eigeninteressen der
politischen Klasse sollen durch politischen Wett- bewerb zum Guten gelenkt
werden. Doch vielfach wird der Wettbewerb durch fraktions- und parteiübergreifende
Absprachen ("politische Kartelle") ausgeschlossen. Da die
Akteure an den Schalthebeln der Macht sitzen und die Gesetze und
Verfassungen in ihrem Sinne gestalten können, wird auch der
Ordnungsrahmen, innerhalb dessen Politik stattfindet, immer stärker verfälscht
(zum Beispiel die Wahlgesetze, die föderalistische Ordnung und die
eingeschränkten direktdemokratischen Möglichkeiten). Das hat große
Weiterungen: Die beiden Hauptziele der repräsentativen Demokratie –
Regierung durch das Volk und Regierung für das Volk –
werden immer schwerer zu realisieren. Das Volk hat wenig zu sagen.
Gleichzeitig werden die Sanktionsmechanismen für gute oder schlechte
Politik stumpf, weil die
Verantwortung für die jeweilige Politik immer schwerer einzelnen Parteien
oder Politikern zugerechnet werden kann. Die Zurechenbarkeit von Ge-
setzen und sonstigen politischen Maßnahmen gehört aber eigentlich zum
demokratischen Minimum. Die Politik wird damit aus strukturellen Gründen
immer weniger mit den Problemen fertig.
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Stand:
21.03.2002
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