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Tagungsbericht
23.
- 24. März 2006
Speyerer Führungswerkstatt:
Moderne Instrumente der Führungskräfteentwicklung: Entwicklung
initiieren und begleiten
Durch die Verwaltungsmodernisierung besteht
heute ein besonderer Bedarf an Führungskräfteentwicklung. Diese muss auf
die Modernisierungsbestrebungen eingehen können. Die Personalentwicklung
steht damit an einer Wendestelle. Führungskräfte versagen jedoch häufig
in ihrer Rolle als Personalentwickler. In einer umfangreichen empirischen
Studie wurde als die größte Herausforderung für Personalentwicklung von
den Befragten am häufigsten die Stärkung der Führungskompetenz
angeführt (noch vor der Finanzentwicklung mit dem damit einhergehenden
Stellenabbau und der gleichzeitig zu erhaltenden Motivation der
Beschäftigten). Leider nehmen nur etwa 25% der Befragten die Aufgabe der
Personalentwicklung tatsächlich wahr. Dies mag verschiedene Ursachen
haben. Häufig sehen sich Führungskräfte durch den intensiven Einsatz
der Personalentwicklungsinstrumente - wie z. B. Mitarbeitergespräche,
Führungsfeedback, Beurteilungs- und Zielvereinbarungsgespräche -
zeitlich, aber auch der Sache nach überfordert. Am 23. und 24. März 2006
veranstaltete Univ.- Prof. Dr. Rainer Pitschas zusammen mit Herrn Michael
Kremin, Dipl. Päd., Dipl. Vw., an der Hochschule die Speyerer
Führungswerkstatt „Moderne Instrumente der Führungskräfteentwicklung:
Entwicklung initiieren und begleiten". Die Führungswerkstatt hatte
eine Reihe von Formaten für die behördliche Führungskräfteentwicklung
im Fokus, dazu gehörten das Coaching, das Mentoring, die Mediation und
die Moderation. Die Veranstaltung setzte sich zum Ziel, diese Formate
einzeln sowie ihre Besonderheiten in der Abgrenzung zu anderen Formaten
auszuleuchten. Zunächst hielt Univ.-Prof. Dr. Pitschas einen Vortrag mit
dem Titel „Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung entwickeln:
Voraussetzung für wirkliche Verwaltungsmodernisierung“, in dem er
ausführte, dass es nicht immer ganz einfach sei, den Stand der
Modernisierungsanstrengungen und den damit verbundenen Erfolg
festzustellen. Untersuche man dies, so werde sehr schnell die Bedeutung
des Personals als entscheidender Modernisierungsfaktor erkennbar. Der „personale
Faktor" sei von entscheidendem Gewicht für die Strukturanpassung der
öffentlichen Verwaltung an die sozio- ökonomischen und ökologischen
Herausforderungen, denen sich das Staatswesen zu stellen hat. Allerdings
hatten im Jahr 2000 erst 30% der Kommunen ihre Personalentwicklung und
Fortbildung an der Bedeutung des Personals als entscheidendem Faktor für
den Modernisierungserfolg orientiert. Im Jahr 2004 waren es jedoch bereits
46%. „Führungskräfteentwicklung“ bedeute, zu lernen, die
Veränderungen zu analysieren, deren Dynamik wie Kontinuität
auszuleuchten, ihre Vereinbarkeit mit traditionellen Werten und deren
Erhalt zu prüfen sowie die Überlegungen zu alledem in einen Lernprozess
mit notwendigen Rückmeldungen einzubringen. Dies zu erreichen sei
allerdings nicht ohne Begleitung Dritter möglich: Hier sei der Coach
gefragt, der eine Führungskraft in ihrer Entwicklung auf allen Ebenen
unterstütze und der in intensivem Kontakt sowie ständiger Kommunikation
zum Führungspersonal und zu den Führungsnachwuchskräften stehe. Wichtig
sei auch die Gestaltung von Entscheidungs- und Beteiligungsprozessen in
einer Behörde bzw. zwischen dieser und Bürgern/Unternehmen. Erforderlich
würden auf diese Weise Konfliktmoderation und -mediation, in der
jeweiligen Anwendungsweise und -reichweite. Um diese Differenzierung der
Formate und entsprechend geeignete Anwendungsbereiche zu erkennen, sei bei
der Führungskräfteentwicklung die Förderung „situativer
Führungsqualität“ wichtig. Führungskräfteentwicklung sei demgemäss
auch „Schulung in Konflikthandhabung". Im Anschluss an diesen
Vortrag begann die Gruppenarbeit mit Fallbeispielen aus der Praxis. Die
Teilnehmer erarbeiteten in Gruppen mögliche Lösungsansätze für
Konfliktsituationen anhand der verschiedenen Instrumente und Formate. In
der darauf folgenden Diskussion wurde klar, dass Führungskräfte bei der
Bewältigung von personalbezogenen Konflikten sich ihrer Rolle häufig
entweder nicht bewusst sind oder den Konflikt meiden, weil sie mit ihrer
Führungsrolle überfordert sind oder Unannehmlichkeiten aus dem Weg gehen
möchten und deswegen versuchen, die Lösung des Problems an andere
Personen oder z. B. die Personalabteilung „abzuschieben".

Gruppenarbeit
in der Führungswerkstatt zur Führungskräfteentwicklung
Michael
Kremin, Dipl. Päd., Dipl. Vw., hielt sodann einen Vortrag mit dem Titel
„Im Zentrum: Professionelles Coaching - Führungskräfteentwicklung
zwischen „Mentoring" und „Coaching". Dabei konzentrierte er
sich auf dieses Format und stellte unter anderem vor, wie ein Coaching in
der Praxis abläuft, welche Voraussetzungen der Coach mitbringen muss, in
welchen Fällen ein Coaching erfolgversprechend ist, welche
Interessenkonflikte auftreten können und welche Erfolge es leisten kann,
bzw. was es nicht ersetzen kann. Als Ergebnis kann festgehalten werden,
dass eine methodische Schulung von Führungskräften in der Praxis noch
fehlt. Die Veranstalter haben sich daher - auch aufgrund der durchgehend
positiven Reaktionen auf die Werkstatt durch die Teilnehmer und die
zahlreichen Anfragen nach weiteren Teilnahmemöglichkeiten - dazu
entschlossen, aus dieser Veranstaltung eine Reihe zu machen: die Speyerer
Führungswerkstätten.
Katrin Schoppa
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Stand:
23.05.2006
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