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Sommersemester
2009 Seminar
S 205
Politik und Recht der inneren Sicherheit in Deutschland und Europa Dienstag,
16.45 - 19.15 Uhr, Hörsaal 3
Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten,
die auf der Grundlage bereits vorhandener polizeirechtlicher
Kenntnisse entweder zur Vertiefung der gegenwärtigen politischen
und rechtlichen Diskussion über die Bekämpfung von
Terrorismusgefahren oder mit Blick auf ihre zukünftige
Berufstätigkeit in der Sicherheitsverwaltung, in einem privaten
Sicherheitsunternehmen, in einem entsprechenden Verband bzw. als
Anwalt/Anwältin unter Einschluss der Europäischen Perspektive
inhaltlich zu rechtspolitischen und materiellen Rechtsfragen der
inneren Sicherheit in Deutschland und in der Europäischen Union
(EU) die notwendigen Kenntnisse erwerben wollen. Zu diesem Zweck
soll die Veranstaltung vor dem Hintergrund aktueller politischer
Entwicklungen zunächst Wissen über das Mehrebenensystem und die
Akteure der inneren Sicherheit sowohl in Deutschland als in der
EU vermitteln. Entsprechende Einzelthemen widmen sich der
begrifflichen Entfaltung von innerer und äußerer "Sicherheit",
ihrer Reichweite und Entwicklung aus politischer, rechtlicher
sowie institutioneller Perspektive. Die sich in der öffentlichen
Debatte zuspitzende Frage nach der Verknüpfung von "innerer" und
"äußerer" Sicherheit wird intensiv zu behandeln sein. Ferner
geht es darum, Europa als einen Raum der Freiheit, der
Sicherheit und des Rechts nach Maßgabe des gemeinschaftlichen
Vertragsrechts sowie unter Berücksichtigung empirischer Daten zu
betrachten. Im Rahmen der Auseinandersetzung hierzu geht es
einerseits schwerpunktmäßig darum, den internationalen
Terrorismus als neue Form der Bedrohung innerer Sicherheit zu
diskutieren. Andererseits sind die maßgeblichen Akteure der
inneren Sicherheit im Mehrebenensystem vorzustellen sowie deren
rechtliche Kompetenzen zu prüfen.
Der anschließende Seminarabschnitt wird sich mit den
Möglichkeiten und Grenzen transnationalen und supranationalen
Polizeihandelns befassen. Zur Sprache kommen die rechtlichen
Grundlagen und politischen Rahmenbedingungen transnationaler und
supranationaler Polizeieinsätze sowie deren institutionelle
Träger, wie z. B. "Europol". Ebenso wird die internationale
Dimension des Polizeihandelns beleuchtet ("Interpol"). Auch die
Kooperation mit privaten Sicherheitsdiensten auf nationaler,
supranationaler (Konzerndimension) und internationaler Ebene
wird zur Sprache kommen. Ein weiterer Themenblock befasst sich
mit der Vereinbarkeit gegenwärtiger Politik der inneren
Sicherheit mit der bestehenden (verfassungs-)rechtlichen
Dogmatik. Widersprüche sind aufzuzeigen, wenn es um die
rechtliche Antwort auf politische Auseinandersetzungen zu
Sicherheitsbedrohungen geht. Namentlich gesetzgeberische
Reaktionen im informationellen Bereich auf den Terrorismus und
die organisierte Kriminalität stehen hierbei im Vordergrund.
Darüber hinaus gehört zum europäischen Ansatz des Schutzes der
inneren Sicherheit auch die Zuwanderungsproblematik.
Den Seminarabschluss bildet die Analyse der staatlichen
Antworten auf die neuen Herausforderungen an die innere
Sicherheit. Festzustellen und zu diskutieren sind Verlagerungen
der funktionalen Reaktion auf die Bedrohungssituation im Wege
der Herausbildung institutionalisierter transnationaler
Kooperationsnetzwerke einerseits, die Öffnung der
Informationsbeziehungen unter den beteiligten Institutionen mit
daraus resultierenden neuartigen Problemen des Datenschutzes
sowie eine allgemeine Internationalisierung der Bekämpfung von
Kriminalität und Terrorismus andererseits. Neben Fragen der
rechtlichen Auseinandersetzung mit diesen funktionalen
Reaktionen stehen sicherheitspolitische Analyseansätze.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt in jeder Sitzung mit ein
oder zwei Impulsreferaten von jeweils ca. 30 Minuten Dauer, die
auf der Grundlage eines ausführlichen Seminarprogramms
vereinbart werden, in die spezielle Thematik ein. Von den
Referenten wird hierzu eine Gliederung mit einigen
Literaturnachweisen rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen
Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten Referaten
wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete Diskussion
erwartet. In einem Reader, dessen Lektüre vorausgesetzt wird,
sind eine Reihe von mir ausgewählter Schlüsselaufsätze
abgedruckt. Die Betreuung des Seminars übernimmt Frau Ass. iur.
K. Schoppa, meine Seminarassistentin, die auch schon vor Beginn
der Veranstaltung telefonisch unter 06232/654-320 zu erreichen
ist. Sie steht schon jetzt für Vereinbarungen über zu
bearbeitende Vortragsthemen bereit.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der Vertiefung
sicherheitsrechtlicher Kenntnisse im nationalen und europäischen
Polizei- und Sicherheitsrecht. Zugleich wird ein Einblick in
komplexe Diskussionen der nationalen und internationalen
Sicherheitspolitik vermittelt, dabei auch und je nach
Diskussionsbedarf in der Verbindung mit militärischen
Sicherheitsfragen. Den Teilnehmern ist ferner Gelegenheit geboten,
sich an der Schnittstelle von Staat und Zivilgesellschaft über
europäische und internationale Trends öffentlicher und privater
Sicherheitsvorsorge zu informieren.
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Stand:
02.04.2009
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