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Laufende
Forschungsprojekte
Elektronische
Kommunikation und Informationsgesetzbuch unter besonderer
Berücksichtigung des Datenschutzrechts
Projekt am
Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung, Speyer
Laufzeit:
01.01.2001 bis 31.12.2003
Projektbearbeiter: N.N.
Im längst
vollzogenen Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft
prägt heute vor allem das Internet den Einsatz neuer Informations- und
Kommunikationsdienste. Es ermöglicht, Informationen aus verschiedenen
Medien weltweit abzurufen. Im übrigen hat sich als Sammelbezeichnung für
die neuen Dienste und Produkte der Begriff "Multimedia"
eingebürgert. Er bezieht sich auf multimediale Anwendungen auf vernetzten
Rechnern.
Bei alledem stellt
sich die Frage, ob und in welchem Umfang der Staat beim Betrieb und bei
der Nutzung der Netze regulierend tätig werden darf und wie im Rahmen der
Ordnung und Steuerung der vorerwähnten Entwicklung im Verhältnis des
Staates zum Bürger (also nicht nur unter dem Aspekt der rechtlichen
Steuerung der Wirtschaft) die Verwaltungsverfahren und administrativen
Geschäftsprozesse strukturiert werden. Denn auch diese "electronic-governance"
mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnik bedarf der
rechtlichen Ordnung. Zwar haben die Europäische Union und der deutsche
Gesetzgeber bislang schon einschlägige Regelungen geschaffen. Dessen
ungeachtet lässt sich heute ein mit Sorge zu betrachtender Wildwuchs
informations- und kommunikationsrechtlicher Regulierung erkennen. Vor
allem steht derzeit das Datenschutzrecht als Bestandteil des
verfassungsrechtlichen Gestaltungsauftrags für die öffentlich-rechtliche
Ordnung der "electronic-governance" einerseits, der
online-Wirtschaft andererseits noch immer isoliert von dem sich
ausfächernden Rechtsgebiet des Kommunikationsrechts neuer Prägung, in
dem Multimedia-Recht und dessen öffentlich-rechtliche Normen
zusammengefasst sind.
Vor diesem
Hintergrund geht es dem Forschungsprojekt zunächst um die Prüfung der
Frage, ob in welchem Ausmaß sich unter dem Dach der einheitlichen
grundgesetzlichen Informationsverfassung das Multimedia-Recht in einem
Informationsgesetzbuch zusammenfassen ließe. Ein Bestandteil dieses
Gesetzbuchs wäre auch die Restrukturierung des Allgemeinen und Besonderen
Verwaltungsrechts. Dabei geht es vor allem um die entsprechende Gestaltung
der Kooperationsbeziehungen zwischen der Verwaltung und dem Bürger.
Entsprechender rechtlicher Umgestaltung bedarf einerseits die Regelung der
elektronischen Kommunikation im Allgemeinen Verwaltungsrecht. Aber auch im
Besonderen Verwaltungsrecht, wie etwa gegenüber dem e-commerce im
Wirtschaftsverwaltungsrecht, unterliegt die elektronische Kommunikation
dem Bedarf an neuer Regulierung. Schließlich ist die Frage zu klären,
wie sich zukünftig angesichts der heutigen Datenschutz-Defizite der
rechtliche Rahmen und die Praxis des Datenschutzes im Rahmen des
Internetgebrauchs entwickeln werden.
Diesen Fragen geht
das geplante Forschungsprojekt im einzelnen nach. Aus den Ergebnissen ist
ein erheblicher breitenwirksamer Ertrag für die Gesetzgebung in den
genannten rechtlichen Bereichen sowie für die Verwaltungspraxis zu
erwarten. Mit dieser Maßgabe fügt sich das Forschungsprojekt nahtlos in
das Forschungsprogramm des Forschungsinstituts ein. Insofern sein
zentraler Erkenntnisgegenstand das Interaktionsgefüge zwischen
öffentlicher Verwaltung und gesellschaftlichen Akteuren einerseits, die
Kooperationsbeziehungen zwischen Behörden und gesellschaftlichen Sektoren
andererseits sind, ist es schwerpunktmäßig der Sektion III zuzuordnen.
Veröffentlichungen:
Rainer Pitschas, Geben moderne Technologien und die europäische
Integration Anlass, Notwendigkeit und Grenzen des Schutzes
personenbezogener Informationen neu zu bestimmen?, Verhandlungen des 62.
Deutschen Juristentages, Bd II/1 (Sitzungsbericht), München 1998, S. M 9
- M 74; ders., "Sicherheitspartnerschaften" der Polizei
und Datenschutz, in: Deutsches Verwaltungsblatt, Heft 24/2000, S. 1805 -
1815.
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Stand:
31.03.2006
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