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Forschung
Europäische
Lokalsysteme
Projekt-Beschreibung
„Wandel europäischer Lokalsysteme: Wirkungen
institutioneller Dezentralisierungspolitik. Kommunale Aufgaben- und
Leistungsprofile in Deutschland, Frankreich und Großbritannien“
Dezentralisierung öffentlicher Aufgaben
Reformwirkungen im Vergleich
In der internationalen Lokalforschung
wird weitgehend übereinstimmend von einem globalen Trend der
Dezentralisierung von Staatsaufgaben ausgegangen. Vergleichende Analysen
blieben bislang allerdings überwiegend auf die Bestimmungsfaktoren und
Verläufe von Dezentralisierung in verschiedenen nationalen Kontexten
fokussiert. Wenig Beachtung fand dagegen die Frage, wie sich diese
Reformen auf den praktischen Aufgabenvollzug und die Leistungskraft
kommunalen Handelns auswirken.
Das Projekt "Wandel europäischer Lokalsysteme" nimmt sich dieser
Forschungslücke an und vergleicht Ergebnisse und Wirkungen der
Dezentralisierungspolitik in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Für jedes der drei Länder werden die zu Beginn der 1980er Jahre
einsetzenden institutionellen Reformen in den Blick genommen und
hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die lokale Performanz in konkreten
Politikfeldern untersucht. Es soll ermittelt werden, wie sich
unterschiedliche Arten der Aufgabendezentralisierung auf das
Funktionalprofil, die Entscheidungsprozesse und die Politikergebnisse in
den lokalen Gebietskörperschaften auswirken.
Forschungsfragen
1. Welche Effekte ergeben
sich aus den länderspezifischen Strategien der Dezentralisierungspolitik
für das Aufgaben- und Organisationsprofil der Gebietskörperschaften?
Analytisch unterscheiden wir dabei drei Typen von Dezentralisierung: (1)
politische Dezentralisierung (Aufgabenübertragung einschließlich
politischer Mitwirkungsrechte des Rates), (2) administrative
Dezentralisierung (Aufgabenübertragung ohne Mitwirkungsrecht des Rates),
(3) Dekonzentration (Aufgabenvollzug durch lokal operierende staatliche
Behörden/Einrichtungen).. Welche Strategien wählen die (zentral-)staatlichen
Regierungen aus welchen Gründen? Wird im Ergebnis eher das Prinzip der
»Funktionalität« oder der »Territorialität« öffentlicher
Aufgabenerledigung gestärkt? Ist eine Konvergenz der kommunalen
Aufgaben- und Organisationsmodelle zu beobachten?
2. Was bewirken die
Dezentralisierungsstrategien in der Praxis? Zur Erfassung der
Veränderungen im Leistungsniveau werden drei Aspekte betrachtet: (1)
Koordinationsfähigkeit, (2) Effizienz und Effektivität der
Aufgabenerledigung und (3) demokratische Verantwortlichkeit.
3. Wie können Dezentralisierungseffekte
erklärt werden? Als wichtige Bestimmungsfaktoren sind zu vermuten: (1)
historische Pfadabhängigkeiten und bürokratische Traditionen, (2)
Eigenheiten des Politikfeldes, (3) Akteurskonstellationen und
-Strategien sowie (4) Externe Druckfaktoren (z.B. EU-Regulierungen,
ökonomische Entwicklung).
Untersuchungsmethoden
Die Untersuchung basiert auf einem
Methodenmix aus Sekundäranalysen, Experteninterviews, intensiven
Fallstudien in drei Städten (commune/district) und drei Kreisen (département/county)
sowie einer schriftlichen Follow up-Befragung in allen drei
Untersuchungsländern. Neben der Auswertung von verfügbaren Berichten,
amtlichen Statistiken und »Verwaltungsvollzugsdaten« werden
Experteninterviews mit den exekutiven Spitzen der Kommunalverwaltungen,
mit Fachpolitikern der lokalen Vertretungsorgane sowie mit Akteuren der
Fach und »Querschnittsabteilungen« geführt. Zur Rückkoppelung der
Forschungsergebnisse sind Gruppendiskussionen in den »Fallkommunen«
sowie ergänzende Interviews mit Akteuren staatlicher und interkommunaler
Einrichtungen geplant.
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Stand:
28.09.2010
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