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1.
Hintergrund und Forschungslücken
Wenngleich Leistungsmessung und Leistungsvergleich in der
OECD-Staatenwelt nahezu durchgängig als Reforminstrument im
öffentlichen Sektor verwendet werden, ist der empirische
Kenntnisstand über die Anwendung dieses Reforminstruments, über
Steuerung, Organisation und Durchführung von
Leistungsvergleichen und Benchmarking in international
vergleichender Perspektive bislang äußerst unbefriedigend.
2.
Zielstellung und Forschungsfragen
Vor diesem Hintergrund soll sich das Teilprojekt „Benchmarking
in der öffentlichen Verwaltung: ein europäischer
Ländervergleich“ mit dem Verbreitungsgrad, den Varianten,
Steuerungsformen und Durchführungsprozessen von
Leistungsvergleichen und Benchmarking in Europa sowie mit deren
kausaler Erklärung befassen. Untersuchungsländer sind
Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und die
Schweiz. Der Analysefokus liegt auf der subnationalen
Verwaltungsebene, d.h. Länder-/ Regional-/ Kommunalebene, deren
Vergleichsprojekte als – methodisch gesprochen – abhängige
Variable erhoben werden sollen. Im Kern befasst sich das
Teilprojekt mit den folgenden Fragen:
-
Wie verbreitet sind Leistungsvergleiche auf der subnationalen
Verwaltungsebene in Europa („Verbreitungsgrad“; abhängige
Variable)?
-
Welche Varianten, Organisationsformen und Methoden von
Leistungsvergleichen sind in den Verwaltungen der
Untersuchungsländer auf der Länder-/ Regional- und Kommunalebene
vorzufinden („Länder-Mapping“; abhängige Variable)?
-
Welche Faktoren erklären den Grad der Verbreitung und die
institutionellen Varianten von Leistungsvergleichen (unabhängige
Variablen), insbesondere:
o
Welche Rolle spielt staatliche Steuerung?
o
Welchen Einfluss haben weitere politische, institutionelle und
kulturelle Kontextvariablen (Staats- und Verwaltungsaufbau,
Verwaltungskultur, Policy-Eigenheiten, Akteursinteressen)?
3. Forschungsdesign und Methoden
Zur Bearbeitung der skizzierten Forschungsfragen erweist sich
ein Untersuchungsansatz als leistungsfähig, der Fallstudien mit
weiteren (quantifizierenden) Validierungsschritten verknüpft. Um
die bekannten methodischen Grenzen von Einzel-Fallstudien
(insbesondere ihre eingeschränkte Verallgemeinerbarkeit) zu
überwinden, werden im Projekt daher Mehrere-Fälle-Untersuchungen
in Form von vergleichenden Fallstudien vorgenommen und durch
Sekundäranalysen (insbesondere von Aggregatdaten und amtlichen
Statistiken) ergänzt. Im Einzelnen sind beabsichtigt:
-
Sekundäranalyse
-
Fallstudien in jeweils zwei Verwaltungen pro Land (je eine auf
regionaler/ Landesebene; eine auf kommunaler Ebene)
-
Ergänzende Experteninterviews auf der zentralstaatlichen/
Bundesebene.
Die Ergebnisse der drei Untersuchungsschritte werden im
Projekt zusammengeführt und als wechselseitige Korrektive und
Validierungen genutzt. |